Herbert Haffner
Genie oder Scharlatan?
Das aufregende Leben des Leopold Stokowski
"Herbert Haffner folgt in seinem Stokowski-Buch nicht nur dem Lebensweg des umstrittenen Dirigenten. Er rollt zugleich die Geschichte der US-amerikanischen Musiklandschaft auf. Gegen den Musikgeschmak seiner Zeit stemmte Stokowski machtvoll sei Credo für die amerikanische Musik. Früh erkannte er das Potenzial von Schallplatte, Rundfunk und Film. Er war der Erste, der stereofone Aufnahmen machte oder akustische Nachrüstungen in Konzertsälen vornahm. Nicht zuletzt experimentierte er mit unorthodoxen Orchesteraufstellungen. Er hatte keine Scheu vor der Selbstinszenierung und der Breitenwirkung von Musik."
Das Orchester
"Mit der Wahrheit war er nicht gut befreundet, mit dem Taktstock dafür um so mehr: Wer war Leopold Stockowski – und warum flunkerte der Meisterdirigent so gern? Eine neue Biografie über den exzentrischen Klangbildhauer gibt Antwort."
SPIEGEL online
Mal wollte er in Krakau geboren sein, mal in Pommern. Dann wieder hörten Interviewer erstaunt, er stamme aus der legendären Abbey Road - alles Schwindel. Auch Opernkompositionen oder einen Urgroßvater, der für Napoleon gekämpft hatte, erfand Leopold Stokowski (1882 bis 1977), wenn es gerade passte. Kein Wunder, dass viele den Tausendsassa aus London, der mit 23 Organist und Kantor in New York wurde und mit 93 sein letztes Konzert gab, zum Blender erklärten. Waren seine aufgemotzten Orchesterversionen nicht übler Hollywood-Kitsch? Bewies seine Vorliebe für neueste Soundtechnik nicht mangelnden Kunstsinn? Im Gegenteil, erklärt der Musikhistoriker Herbert Haffner nun in seiner liebevoll recherchierten und fesselnd erzählten Biografie.
Man braucht den exzentrischen Klangbildhauer ja nicht als Halbgott zu verehren - aber aus der Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts ist Leopold Stokowski bestimmt nicht wegzudenken."
KulturSPIEGEL
"Herbert Haffners Stokowski-Biografie, die erste deutschsprachige überhaupt, räumt mit so ziemlich allen Vorurteilen und Irritationen auf, die sich um die Legende Stokowski ranken, sowohl biografischen als auch künstlerischen. Mit staunenswerter Quellen- und Materialien-Auswertung zeichnet der Autor das Leben und die künstlerische Karriere nach. […] Seine Platten – sie gehören zu den auch klangtechnisch besten Produktionen überhaupt – dokumentieren, dass er eine der faszinierendsten Dirigenten des zwanzigsten Jahrhunderts war. Da ist die Frage nach Scharlatanerie oder Genie überflüssig, wie Herbert Haffner mit seiner sehr ausgewogenen und präzisen Biografie deutlich macht. Sie ist eines der besten Dirigentenporträts seit langem!"
NDR-Kultur Radio
"Toscanini hasste ihn und nannte ihn einen Clown, die Klatschpresse verfolgte ihn unablässig wegen seiner Frauengeschichten; Rachmaninov, Strawinski oder Schönberg waren ihm durch zahlreiche erfolgreiche Uraufführungen zu Dank verpflichtet. Es gibt wenig Dirigenten, über die die Meinungen so divergieren wie bei Stokowski und er selbst hat alles dazu getan, die Mythen um seine Person noch zu befördern. Herbert Haffner, freier Musikpublizist, durch seine Furtwänglerbiografie und zuletzt seine Orchesterbücher ("Die Berliner Philharmoniker", "Orchester der Welt") einschlägig bekannt, hat auch hier in bewährter Weise durch akribische Recherche eindrucksvoll und detailreich die Spreu vom Weizen getrennt und eine ebenso sachliche wie spannende und bisweilen augenzwinkernde Auseinandersetzung mit dem Künstler vorgelegt. Sein Einsatz für die Neue Musik, das All American Youth Orchestra oder seine Kinder- und Jugendkonzerte waren legendär und verblassen hinter seinem Ruf als Bachbearbeiter und "Klangzauberer". Gerne empfohlen!"
ekz

ca. 380 Seiten,
mit zahlreichen Abbildungen
Hardcover,
Schutzumschlag,
15,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-86964-013-6
Preis: 28,00 €
» Pressestimmen
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