Sabine Borris (Hg.)
Das Lächeln der Euterpe
Musik ist Spaß auf Erden
"Spaß" und "Unterhaltung" – die Begriffe haben in unserer Zeit einen schlechten Klang bekommen. Immer scheint ein verschwiegenes "nur" mitzuschwingen. Was "nur" dem Spaß und der Unterhaltung dient, ist moralisch zweifelhaft und ästhetisch peripher. So lesen und hören wir es täglich, ob in der Fernsehkritik, in Bestsellern wie "Wir amüsieren uns zu Tode" oder in den Klagen über unsere "Spaßgesellschaft". Ganz offen zu Tage tritt dieses negative Image in der Verknüpfung des Begriffs "Unterhaltung" mit Musik: "Unterhaltungsmusik" ist alles das, was keine "richtige" Musik ist, ist bestimmt durch ihr Gegenteil, die "ernste" Musik.
Doch die Geringschätzung von Spaß und Unterhaltung führt in die Irre. Gerade am Beispiel der Musik kann man sehen, dass die Aufgabe, Menschen zu unterhalten, weder in die Trivialität noch in den kulturellen Niedergang mündet. Man muss sich nur bewusst machen, dass weite Teile der Musik, die heute als "ernst" gelten, in Wirklichkeit zur Unterhaltungsmusik zählen. Ob Madrigale oder Motetten, Streichquartette oder Symphonien – jahrhundertelang wurden solche Werke zur Unterhaltung komponiert und aufgeführt. Arbeiteten doch die meisten Komponisten bis zum Ende des 18.Jahrhunderts im Dienste von Königen, Fürsten und Adligen, und ihre Aufgabe bestand darin, für deren Bedürfnisse unterhaltsame Musik zu schreiben. Die Komponisten haben diese Herausforderung angenommen. Sie komponierten Stücke, die nicht nur auf eine affektive Wirkung setzten oder gar auf eine Betäubung der Sinne, wie wir sie heutzutage oft erleben. Stattdessen sollen sie auch den Geist und die Fantasie des Hörers anregen.

Fadenheftung, Paperback mit Schutzumschlag,
13,5 x 22,5 cm,
160 Seiten,
35, teilweise farbige Abb.,
ISBN: 3-932529-85-5
Preis: 15,00 €
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© 1997-2010 Parthas Verlag Berlin
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