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Robert R. Shandley

Trümmerfilme

Das deutsche Kino der Nachkriegszeit

 

"Eigentlich, das ist akzeptierte Meinung, hat es im deutschen Kino nach dem verlorenen Krieg keinerlei Bruch gegeben... Das ist umso erstaunlicher, als die Alliierten die Ufa-Traumfabrik als Teil der NS-Indoktrination betrachteten und Ende 1944 im Gesetz 191 der Militärregierung jegliche Tätigkeit in Ateliers und Kinos untersagten - und wenig später die gesamte Produktion des Dritten Reichs verboten. Nun gähnt in den Nachkriegsannalen des deutschen Kinos zwischen Kapitulation und Währungsreform ein ziemlich schwarzes Loch, weil Filmgeschichtsschreibung sich in der Regel an Filmen orientiert und solche kaum gedreht wurden. Eine fahrlässige Lücke, denn die Wurzeln des deutschen Umgangs mit der NS-Zeit datieren natürlich in exakt diese drei Jahre zurück.Was ins heutige Wissen überlebt hat, ist kaum mehr als ein Begriff: "Trümmerfilme": Das deutsche Kino der West- und Ostzonen bildete die Trümmer der vergangenen zwölf Jahre ab, im materiellen wie im moralischen Sinn. Nicht lange allerdings. Nur exakt 17 Filme bilden den Korpus der Untersuchung von Robert Shandley, Professor für Germanistik und Film an der bei Houston gelegenen, ältesten Universität in Texas, dessen grundlegendes Buch zehn Jahre gebraucht hat...
Unter den Trümmerfilmen finden sich keine Meisterwerke; sie wurden in einer verdrängungsseligen Bundesrepublik gern schnell vergessen. Von den 17 Filmen gibt es heute nur fünf auf DVD, und das ist schade, sind sie doch auch Gründungszeugen des neuen Deutschland."

WELT online

 

"Mit dem Ende des 3. Reichs wurde auch die damals nach Hollywood mächtigste Filmindustrie der Welt, die von den Nazis in besonderem Maße missbraucht worden war, zerstört. Nur sehr zögerlich ließen die Alliierten wieder das Drehen von Filmen zuvorderst zur Unterstützung ihrer Reeducationmaßnahmen zu. Doch auch aus eigenem Antrieb befassten sich die Filmemacher mit dem Erbe der Vergangenheit und den Nöten der Gegenwart in der Trümmerwüste der zerstörten Städte. Diese die Filme von ca. 1946 bis 1949 beherrschenden Bilder von den Trümmern gaben ihnen den NamenTrümmerfilme. Da allerdings fast alle Filmemacher mit dem Regime verstrickt gewesen waren, waren ihre Filme zumeist geprägt von Verdrängung und Larmoyanz, eine Haltung, die der des überwiegenden Teils der Bevölkerung entsprach. Der amerikanische Germanist und Filmhistoriker untersucht anhand der 17 wichtigsten Filme unter den gut 50 in dieser Zeit gedrehten in verständlicher Sprache die vielfältigen Ausprägungen dieser Haltung. Angemessene Ausstattung mit Anmerkungen, Filmografie, Personenregister und wenigen kleinformatigen Fotos."

ekz

 

In seinem kleinen, aber gehaltvollen Buch untersucht er eine Auswahl von Filmen jener Zeit, "die alle die grundlegende Inszenierung des besiegten und zerstörten Deutschlands gemeinsam haben". Filme wie In jenen Tagen, Ehe im Schatten, Zwischen gestern und morgen, Morituri und Berliner Ballade bildeten insofern einen Zyklus, als ihnen allen dieselbe Problematik zugrunde liege: "der lange Schatten, den das Vermächtnis des Dritten Reiches wirft".

kino-zeit.de

 

Trümmerfilme

 

Aus dem Englischen

von Axel Meier

312 Seiten,

mit ca. 20 s/w-Abbildungen
Hardcover, 12,0 x 18,0 cm

ISBN: 978-3-86964-021-1

Preis: 16,90 €

 

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