Sylvia Robeck, Gabriela Wachter (Hg.)
Kalter Krieg und warme Küche
200 Berliner Rezepte im Kontext der Stadtgeschichte
Berlin ist eine geteilte Stadt. Im August 1961 beginnen Ostberliner Brigaden unter bewaffneter Aufsicht mit dem Bau des "antifaschistischen Schutzwalls". Wer Verwandte und Freunde im Ostteil besuchen möchte, braucht ab 1964 einen Passierschein, in umgekehrter Richtung wird die Reise nicht erlaubt. Der Kalte Krieg erreicht einen vorläufigen Höhepunkt und Kennedy ist stolz, ein (West)berliner zu sein.
Auf dem seit 1961 stattfindenden Deutsch-Amerikanischen Volksfest sind Hot Dogs der Hit. Dem Fernweh begegnet man mit Toast Hawaii und Tuttifrutti. Käseigel, Pasteten und Salzstangen schmücken das Buffet. Der Osten schwört auf Goldbroiler. Den schnellen Hunger stillt die frisch erfundene Tiefkühlkost mit Fischstäbchen, aber auch Zigeunerschnitzel, Schaschlik, Spaghetti mit Tomatensauce und Currywurst mit "Pommes" erfreuen sich größter Beliebtheit. Im Gefolge der angeworbenen "Gastarbeiter" schießen bald italienische Pizzerien, jugoslawische Grillrestaurants, türkische Imbisse und griechische Restaurants aus dem Boden. In ihnen wird schon bald die Revolution geplant.

Fadenheftung, Pappband,
folienmattkaschiert,
19,5 x 27,5 cm,
160 Seiten,
durchgängig teils farbig bebildert,
ISBN: 3-936324-24-7
Preis: 19,80 €
» Leseprobe
© 1997-2010 Parthas Verlag Berlin
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