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Hervé Algalarrondo

Der langsame Tod des Roland Barthes

 

Roland Barthes (1915–1980), einer der großen französischen Denker des 20. Jahrhunderts, hatte eine große Schwäche: seine Mutter Henriette, vom ihm zärtlich »Mam« genannt. Über 60 Jahre lang waren Mam und Roland ein Paar, das sich Tisch und Wohnung teilte. Daneben gab es noch einen Kreis junger, homosexueller Intellektueller, der für ihn zu einer Art Zweitfamilie wurde. Dennoch galt Roland ­Barthes' Liebe einzig und allein seiner Frau Mama. Diese symbiotische Mutter-Sohn-Beziehung wird von Hervé Algalarrondo genauer beleuchtet. Dabei beschränkt sich der Autor vor allem auf die letzten drei Lebensjahre des Meisterdenkers: Angefangen mit der Aufnahme 1977 in das Kollegium des Collège de France, über den schmerzhaften Verlust der Mutter im selben Jahr und die Zeit der Niedergeschlagenheit danach, bis hin zu jenem tragischen Unfall, der sich, obwohl auf den ersten Blick harmlos, als tödlich erweisen wird.
Eine Reihe von Weggefährten konnten persönlich zu Barthes befragt werden. So erfährt der Leser zum Beispiel manches von Isabelle Adjani, Michel Foucault, Julia Kristeva, Claude Lévi-Strauss, Alain Robbe-Grillet u. v. a. m.

 

Presse

19.10.2011 | LEO

"Nein, dies ist kein Buch über Krankheit und Siechtum eines der bestechendsten Denker des letzten Jahrhunderts, sondern eines über sein Leben. Ein Leben, über das es allerdings schräge Dinge zu berichten gibt... Autobiografische Quellen und Aussagen der wichtigsten Freundinnen nutzend, gewährt Hervé Algalarrondo dem Leser einen intimen Einblick in ein prominentes schwules Leben."

 

12.09.2011 | Dandy-Club

"Nicht Foucault hatte von sich aus Barthes ans renommierte Collège de France geholt, vielmehr habe Barthes ihn darum gebeten. Algalarrondo ist Innenpolitik-Experte des Nouvel Observateur und trug dieses Buchprojekt über die letzten Jahre Barthes‘ 25 Jahre in seinem Herzen. Barthes‘ Vorlesungen wurden rasch zu Publikumsmagneten. Eigens für ihn hatte man einen neuen Lehrstuhl geschaffen: Literatursemiologie. Nicht nur die Studenten lauschten zu hunderten mit offenen Mündern. In der linksintellektuellen Chickeria kam es nicht schlecht, wenn man am Sonnabend Nachmittag im Café sagte, man käme gerade von Barthes. Tatsächlich liegt der Reiz von Barthes‘ Denken und Vorgehensweise darin, sich an keinerlei wissenschaftliche Gepflogenheiten zu halten. Sie dienten in der Regel sowieso nur zur Abgrenzung des Wissenschaftsturms und zur Pflege des eigenen Standesdünkels. (...) Algalarrondo lässt eine Reihe von Bekannten und Zeugen zu Wort kommen, die von der Gedankenversunkenheit und der Melancholie Barthes‘ bei verschiedensten Anlässen berichten. Dem Biographen selbst widerfuhr das Glück, Ende der 1970er Jahre bei einer Konzertpremiere von Serge Gainsbourg in einer Loge zwischen Louis Aragon und Roland Barthes sitzen zu können. Algalarrondo: Der Dichter strahlte, der Meisterdenker brütete dumpf vor sich hin."

Aus dem Französischen von Dino Heicker,

216 Seiten,

Hardcover, Schutzumschlag,

12,5 x 20,5 cm

ISBN: 978-3-86964-023-5

Preis: 19,80 €

 

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